Red Sprite (Roter Kobold)

  ..über der Region Füssen-Reutte

Fotografiert am 11.July 2016 in Germerswang, Fürstenfeldbruck

Th.Boeckel 

      

Heftige Gewitter in der Region Füssen- Reutte ließen einen Red Sprite aufblitzen, welcher in einer Entfernung von etwa 80-100 km im entfernten Fürstenfeldbruck aufgenommen wurde.

Red Sprite 2016 by boeckel

Red Sprites Bavaria 2015 by Boeckel    

Der Ausschnitt des Video-Einzelbildes zeigt mehr Details eines sog. Engels-Kobold in seiner typischen Form


Movie (4K) 140MB lange Version

Movie1(4K)  34MB kurze Version           Movie2 (1080p)  9MB kurze Version

Dieses Mal wurde die seltene Leuchterscheinung der Red Sprites um 22:15 UTC bzw. 00:15 MESZ mittels eines 4K Videos abgelichtet.

Sony a6300 , Sigma 35mm, f1.4, ASA 3200, Exp. 0,25sec


Red Sprite 2016 by boeckel

Das gleiche Event im Originalausschnitt


 Wie kommen diese seltenen Leuchterscheinungen zu diesem Namen, wann wurden sie entdeckt und wie entstehen diese?

Die Erscheinung eines Red Sprites dauert etwa 2/100 Sekunden, kann aber allerdings sehr hell sein und mit bloßem Auge gesichtet werden. Die Helligkeit bleibt jedoch um ein Vielfaches unter einer Blitzentladung. Zu deutsch 'Rote Kobolde' erscheinen durchschnittlich in einer Höhe von 60-80 km in der Mesosphäre. Auch Sichtungen bis zu einer Höhe von 90 km zum Rande der Ionosphäre sind möglich. Die Höhe des Sprites kann von 10 km bis zu 20 km variieren. Die Breite der Entladungen können 40 - 60 km erreichen.

Bis 1989 wurde die Existenz von Red Sprites generell abgestritten da nur Jetpiloten vereinzelt Sichtungen bekannt gaben. Hierbei ernteten sie eher missmutige und spöttische Reaktionen :-(. Folglich wurden auch viele Sichtungen verschwiegen. Ab 1989 gelang es zwar Red Sprites zu fotografieren, aber aufgrund der noch nicht fortgeschrittenen Kameratechnik waren die mäßigen Resultate wissenschaftlich nicht zu gebrauchen.

1991 gelang es den Astronauten der damaligen Space Shuttle Mission dieses Phänomen erstmals aus dem Weltraum gezielt fotografisch zu erfassen, wobei diese Aufnahmen auch als erste aussagekräftige Beweise dienten. Daraufhin wurden mittels high-tech gespickter Forschungsflugzeuge sehr kostenintensive Versuche von der NASA und der NOAA unternommen, welche diese Erscheinungen weiter aufklären und bildlich festhalten sollten. Nachdem diese Bemühungen anfänglich monatelang keine Ergebnisse lieferten und die Forscher sich als buchstäblich an der Nase herumgeführt betrachteten, nannte man diese Entladungen schon fast boshaft 'Sprites' was zu deutsch 'Kobolde' bedeutet. Ja, wer den Pumuckl kennt...;-) . Die erste farbige Aufnahme gelang erst 1994 der 'University of Alaska', wobei eine hocheffiziente Kamera an einen Wetterballon installiert wurde.

Übrigens, eine plausible Erklärung über die Entstehung von Red Sprites hat man bis heute nicht, aber dafür gibt es unzählige Theorien. Wissenschaftlicher Bericht in der Washington post. Die gängigste Version erklärt, dass sich bei heftigen Gewitter größere Spannungsfelder über der Zelle aufbauen welche sich folglich durch Übersättigung nach oben selbst entladen. Die eigentliche Leuchterscheinung entsteht in der Mesosphäre durch Kollision von Elektronen mit der dort stets vorkommenden kosmischen Gammastrahlung.


Mehr über Red Sprites bei

  (Sprite link)


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