Red Sprites

  ..über Italien/Trentino Bozen 2016 

Fotografiert am 06.Juni.2016 in Germerswang, Fürstenfeldbruck

Th.Boeckel 

   


Schwere Gewitter in der 200-250 km entfernten italienischen Region Trentino/Bozen wurden wieder auf der Wetterkarte bei Sat24 geortet. In Fürstenfeldbruck war zudem sternenklarer Himmel. Also rauf auf meinen Hügel und the 'same Procedure'  wie letzte Woche. Immerhin wurden wieder drei dieser seltenen Ereignisse eingefangen. Allerdings dieses Mal alle auf einem Foto. Die Form dieser Sprites nennt man auch Angel-Sprites zu Deutsch Engels-Kobolde.

Red Sprite 2016 by Boeckel   Red Sprite 2016 by Boeckel

Der Photoausschntt zeigt mehr Details mit seiner typischen Form die der eines Engels ähnelt.

Movie 116 MB

Red Sprite 2016 by Boeckel   Red Sprite 2016 by Boeckel

Links: Das gleiche Event in der Originalbildgrösse, Rechts im Ausschnitt

1700 Fotos wurden gesichtet und um 23:02 UTC bzw. 01:02 MESZ wurden wieder Sprites abgelichtet.

Canon5D MIII, Sigma 35mm, f2.8, ASA 3200, Exp. 2,0sec

 Die Gewitterzelle Bildquelle Sat24

 


 Wie kommen diese seltenen Leuchterscheinungen zu diesem Namen, wann wurden sie entdeckt und wie entstehen diese?

Die Erscheinung eines Red Sprites dauert etwa 2/100 Sekunden, kann aber allerdings sehr hell sein und mit bloßem Auge gesichtet werden. Die Helligkeit bleibt jedoch um ein Vielfaches unter einer Blitzentladung. Zu deutsch 'Rote Kobolde' erscheinen durchschnittlich in einer Höhe von 60-80 km in der Mesosphäre. Auch Sichtungen bis zu einer Höhe von 90 km zum Rande der Ionosphäre sind möglich. Die Höhe des Sprites kann von 10 km bis zu 20 km variieren. Die Breite der Entladungen können 40 - 60 km erreichen.

Bis 1989 wurde die Existenz von Red Sprites generell abgestritten da nur Jetpiloten vereinzelt Sichtungen bekannt gaben. Hierbei ernteten sie eher missmutige und spöttische Reaktionen :-(. Folglich wurden auch viele Sichtungen verschwiegen. Ab 1989 gelang es zwar Red Sprites zu fotografieren, aber aufgrund der noch nicht fortgeschrittenen Kameratechnik waren die mäßigen Resultate wissenschaftlich nicht zu gebrauchen.

1991 gelang es den Astronauten der damaligen Space Shuttle Mission dieses Phänomen erstmals aus dem Weltraum gezielt fotografisch zu erfassen, wobei diese Aufnahmen auch als erste aussagekräftige Beweise dienten. Daraufhin wurden mittels high-tech gespickter Forschungsflugzeuge sehr kostenintensive Versuche von der NASA und der NOAA unternommen, welche diese Erscheinungen weiter aufklären und bildlich festhalten sollten. Nachdem diese Bemühungen anfänglich monatelang keine Ergebnisse lieferten und die Forscher sich als buchstäblich an der Nase herumgeführt betrachteten, nannte man diese Entladungen schon fast boshaft 'Sprites' was zu deutsch 'Kobolde' bedeutet. Ja, wer den Pumuckl kennt...;-) . Die erste farbige Aufnahme gelang erst 1994 der 'University of Alaska', wobei eine hocheffiziente Kamera an einen Wetterballon installiert wurde.

Übrigens, eine plausible Erklärung über die Entstehung von Red Sprites hat man bis heute nicht, aber dafür gibt es unzählige Theorien. Wissenschaftlicher Bericht in der Washington post. Die gängigste Version erklärt, dass sich bei heftigen Gewitter größere Spannungsfelder über der Zelle aufbauen welche sich folglich durch Übersättigung nach oben selbst entladen. Die eigentliche Leuchterscheinung entsteht in der Mesosphäre durch Kollision von Elektronen mit der dort stets vorkommenden kosmischen Gammastrahlung.


Mehr über Red Sprites bei

  (Sprite link)

 


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