Nicaragua 2016

  Vulkan Masaya und Telica   

21. bis 26. April

M. Szeglat, R.Roscoe, M.Rietze, Th.Boeckel


        


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Animationen
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Ankunft

Warte auf die andern zwei, wir 4 sollten geschlossen in die Empfangshalle des Flughafens von Managua erscheinen. Warum fragte ich Marc? Dahinter steckte ein überraschend herzlicher Empfang der Nic-TV-Teams welche uns im Beisein von Dr. Wilfried Strauch (Ineter) und Oliver Wiesenegger interviewten. Klar, waren wir nach 16 Stunden Flug platt. Trotz des Überraschungseffektes und ohne textliche Vorbereitung brachten wir es dennoch hin, unsere Intension den Masaya in die Kameras zu bannen und unser globales langjähriges vulkanisches Treiben kurz zu schildern.

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Vulkan Masaya     

 Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel

    

Maps by Google earth    

Die stadtnahe Lage des Masaya Vulkans,

Verlässt man in südöstlicher Richtung die äußeren Wohngebiete der Stadt Managua erscheint nach etwa 20 Minuten Fahrzeit auf der rechten Seite die fast unscheinbar und friedlich wirkende 6x11km! weite alte Caldera des 635m hohen Vulkan Masaya. Die Zufahrt durch die wenig erodierten Lavafelder des gleichnamigen Parks deuten auf  jüngste Aktivitäten des Vulkans hin.

Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel  Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel  Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel  Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel

Die Bezeichnung 'La Boca del Infierno' (Höllenschlund) fiel den spanischen Konquistadoren ein. Nächtlich aus etwa 5km Entfernung betrachtet  könnte man schon annehmen dass der Teufel darin hause. Um diesen Unsympat abzuwehren und ihn dort zu bannen wo er auch hingehört, wurde im 16. Jahrhundert ein Kreuz an den Rand des Kraters, zu Ehren des Kirchenvaters Francisco Bobadilla 'La Cruz de Bobadilla' aufgestellt.

Auch die jung erscheinenden Lavafelder haben einen Grund. So floss beim Ausbruch des Masaya 1772  die Lava in ein weiträumiges Areal welches heute den Namen Piedra Quemada (verbrannter Stein) benannt wird. Sehr interessant war die Namensgebung der indigenen Bevölkerung, 'Popogatepe'. Diese Bezeichnung auf Nahuatl für brennender Berg, war auch die Urnamensgebung für den mächtigen Vulkan Popocatépetl in Mexico, wobei auch dort die heftigen Eruptionen als Verärgerung der Götter von den Indigenas gedeutet wurde. Zurück zum Masaya. Auch über Opfer-Rituale berichteten die spanischen Konquistadoren. Um die Götter zu beruhigen brachte die einheimische Bevölkerung dem Vulkan Menschenopfer dar, die häufig kleine Kinder oder Jungfrauen waren.

Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckelow 

Maps by Google earth

Ankunft in der Stadt Masaya und das 'jüngste aktive' Kraterareal, mit einem Längsdurchmesser von etwa 1,2 Kilometer.

     Volcano Masaya and Telica Nicaragua 2016 by Th Boeckel

Der eigentliche aktive Santiago Krater mit einem Durchmesser von ca. 400m und einer geschätzten Tiefe von 250-300m.

Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel   Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel   Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel

Die angehende Dunkelheit verrät die starke Aktivität des Lavasees. Das innere Halbrund misst etwa 160m im Durchmesser.

Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel   Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel   Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel

Der brodelnden Lavasee hat die Maße von etwa 20x40m

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Die vom Lavasee-Rot angeschienene Kraterwände

Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel   Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel   Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel

Rechts im Hintergrund die Stadt Managua. Der Vulkan liegt durchaus in Stadtnähe, jedoch bedarf es eines sehr heftigen Ausbruches um die nächstgelegenen besiedelten Gebiete in Gefahr zu bringen.

 Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel   Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel

Martin und Marc mit stark geneigter Kamera am Abgrund. Hier war absolute Vorsicht geboten, da die geneigte Randzone oft aus losem Schlackenmaterial bestand. Danach ging es an den meisten Stellen erst mal 100m senkrecht nach unten. Rechtes Foto. Dr. Wilfried Strauch im Interview mit Marc.

Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel   Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel

Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boecke   Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel

Lichtimpressionen am Krater...

    Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckelow

..und unser 'Schattendasein' am Kraterrand

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Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel    Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel    Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel

Momentaufnahmen zeigen den wild brodelnden Lavasee der sich  während unserer Anwesenheit scheinbar in seiner Aktivität steigerte.

Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel    Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel    Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boecke

Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel    Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel

 Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel    Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel

Martin und Richard an der steil abfallenden Kante. Rechts: So sieht Freiheit aus.  

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Oliver, ein perfekter Begleiter mit unerschöpflichem Wissen über die Vulkane Nicaraguas und der neuzeitlichen bewegten Geschichte dieses Landes hatte ebenso eine Menge Freude an diesem Vulkan.

Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel    Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel    Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel

Das überraschend bunte und einmalige Stadtmerkmal Managuas. Schon beim nächtlichen Landeanflug fallen diese mit tausenden von Glühbirnen bestückten 25m hohen Stahlbäume auf.

 Vulkan Telica  

 

Der momentan aktive Vulkan Telica stand auch in unserm Interesse, und so organisierte Oliver einen Trip über die Stadt Leon etwa 100km in Richtung Nordwesten

Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel

Eine kleine Sicherheitsbetankung mittels Plastikflaschen ;-)

Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel    Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel    Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel

Der Weg führte uns auch am Momotombo vorbei. Dieser hatte im Februar explosive Ausbrüche mit Lavaaustritten und Pyroclastischen Strömen. In unserem Fall hatte der 1297m hohe Vulkan gerade eine Ruhephase, eine Aktive Phase kann aber durchaus wieder eintreten. Links am Ende der Seite.

Volcano Telica 2016 by Th Boeckel  Volcano Telica 2016 by Th Boeckel  Volcano Telica 2016 by Th Boeckel  Volcano Telica 2016 by Th Boeckel

Nach einer holprigen Geländetour von 1,5h erreichten wir am Nachmittag den Vulkan Telica mit seinen 1021m. Eine herannahende Gewitterfront stoppte unseren Entdeckungsdrang anfänglich und nachdem sich die celestrale Elektrik mehr oder weniger einstellte, wagten wir verspätet doch den Aufstieg.

Volcano Telica Nicaragua 2016 by Th Boeckel   Volcano Telica 2016 by Th Boeckel   Volcano Telica 2016 by Th Boeckel 

Dies ließ allerdings erst nach Einbruch der Dunkelheit den tiefen Einblick in den mächtigen Krater zu. Allerdings war es ein imposanter Eindruck da auch dieser Krater in seiner Dimension überzeugte. Auch die permanente rauschende Akustik war respektabel, und ließ auf einen enormen Hochdruck im Kessel schließen.

Volcano Telica Nicaragua 2016 by Th Boeckel   Volcano Telica 2016 by Th Boeckel

Hier ein paar Details vom Interieur des Kraters. Auf dem linken Foto ist ein am Boden des Kraters situierter Lavasee oder Strom zu erkennen der  sich allerdings sehr langsam bewegte. Auf jeden Fall war es ein toller Aufstieg mit dem Blick in einen Vulkan der selten dokumentiert wird und nur über eine Web Cam überwacht wird.

Volcano Telica 2016 by Th Boeckel   Volcano Telica 2016 by Th Boeckel

Die Würdigung: Nachdem sich ein wichtiger Teil meines Stativkopfes im Geländewagen klammheimlich selbstständig machte, stand ich erstmals ratlos am Telica Kraterrand. Nur mit Hilfe von Olivers Stativleihgabe konnten diese Aufnahmen gelingen. Oliver! - wie versprochen, wird dein Stativ somit bis zum Nimmerleinstag gewürdigt.

     Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckelow

Die 6000 Jahre alten Spuren von ACAHUALINCA

Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel

Eine äußerst interessante Entdeckung wurde bei der Erschließung und den nachfolgenden Aushubarbeiten der Entflutungkanäle im Stadtgebiet Managuas gemacht. Nach der C14 Methode sind diese Fußspuren ca. 6000 Jahre alt und lassen vermuten, dass bei einem Ausbruch des Masaya eine Familie mit ihren Nutztieren auf der Flucht ihre Fußabdrücke in einem vorangegangenen Schlammabgang hinterließen. Durch den nachfolgenden heißen Aschefall wurde der Schlamm buchstäblich gebrannt und somit wurden diese Spuren bis heute 'konserviert'.

Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel     Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel     Vulkan Masaya Nicaragua 2016 by Th Boeckel

Noch weichen die Ergebnisse der Alters-Messungen ab. Wie uns der Museumsdirektor mitteilte, konnten deutsche Wissenschaftler das Alter auf etwa 2500 Jahre bestimmen.


An dieser Stelle ein großer Dank an Marc Szeglat der mit großer Ausdauer den Kontakt herstellte (harte Arbeit!). Ebenso an Dr. Wilfried Strauch vom Instituto INETER und an Oliver Wiesenegger dem es gelang zu dieser Zeit eine Genehmigung zum Sperrgebiet Masaya Park zu organisieren und uns während der Zeit professionell und geduldig begleitete.


Mehr über unsere Nicaragua Tour bei

ALPE  vulkane.net  


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© 2016, Photos und Text Thorsten Böckel, 8 photos Oliver Wiesenegger (ow), , last modification 14.05.2016