Eine kleine Odyssee durch Oberbayern..
Trotz einer dichten Wolkendecke die den größten Teil Süddeutschlands bedeckte öffneten sich in Südbayern kleine kurzweilige Lücken. So bekam ich die Chance wenigstens teilweise Zeuge dieser faszinierenden Himmelslichtshow zu werden. Der Sonnensturm begann wie vorhergesagt rechtzeitig um ca 15:00h UTC. Während meinen abendlichen Beobachtungen würde ich das visuelle Erscheinungsbild als deutlich sichtbar einschätzen. Die stärkste Phase fand von ca 23:30h - 00.00h UTC mit einem KP-Index von ca 8°* statt, wobei die Polarlichter zu diesem Zeitpunkt wegen der dichten Bewölkung fast unbeobachtbar waren.
18:00h UTC bei Rott. Die Wolkenlücke hielt gerade mal 5 Minuten
18:30h UTC Lichtenau bei Weilheim. Die Wolkenlücke hielt immerhin 20 Minuten (KP-Index von ca 8-)
...ein Münchner sucht den bunten Himmel ;-)
21:00h UTC: Anfahrt nach München A95. Der Zufallsort "Parkplatz Forstenrieder Wald" mußte zum fotografieren der knallpinken Wolkenlücken im Müchner Himmel herhalten. Hosianna... (KP-Index von ca 8°)
00:30h UTC nahe Krumbach. Ein STEVE? Die Wolkenlücke hielt 20 Minuten (KP-Index von ca 8-)
Grundlegendes zu Sichtungen von Polar- oder Nordlichtern (Aurora Borealis) in mittleren Breiten
KP Index*: Grob beschrieben können ab KP 5-6 (G1/2 Sturm) in Norddeutschland bereits visuell Polarlichter beobachtet werden. Bei einem KP Wert von 7-8 (G3/4 Sturm) oder darüber auch in Süddeutschand (Alpen bis Südeuropa). Unter anderem sind Dichte und Geschwindigkeit der Flares oder CME's (erdgerichtete Plasma- / Massenausstöße auf der Sonne) sowie Corona Holes " sog. Löcher" in dem Magnetfeld der Sonne wobei ungehindert Masse entweichen kann, relevante Parameter. Die Folge sind Sonnenstürme wobei Stärke und die Ausrichtung zur Erde für eine erfolgreiche visuelle Sichtung von Polarlichtern entscheidend ist. Allerdings ist der Bz-Wert welcher die Nord-Süd Ausrichtung des Erdmagnetfelds beschreibt (PL im Mai 2024, Bz ca -50nT, je niedriger desto effektiver) ausserordentlich wichtig. Ist dieser zu schwach können die mitgereisten Protonen eines Sonnensturms nicht tief genug in das Erdmagnetfeld eindringen. Ausgelöst wird das Leuchtphänomen übrigens durch 'animierte' Sauerstoff- und Stickstoffatome. Sauerstoff erscheint bis ca. 100 km in grünlichen und ab ca. 100–200 km in rötlich bis orangen Farbtönen. Stickstoffatome zeigen bis ca. 300 km Höhe eher selten violette oder blaue Farben.
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